Materialkunde

Mörtel:

Der Mauermörtel in der heutigen Ausführung ist mit dem herkömmlichen Mörtel, wie er auf den Baustellen vor Ort und per Hand individuell gemischt wird, nicht mehr vergleichbar und unterscheidet sich auch in wichtigen Anwendungseigenschaften vom Putzmörtel. Beim überwiegenden Anteil des heute verwendeten Mauermörtels handelt es sich um Werk-Trockenmörtel. Die verschiedenen Mörtelhersteller haben aus Erfahrungswerten und Einsatzbedingungen heraus die Rezepturen stark optimiert und deren Eigenschaften auf den Anwendungszweck abgestimmt. Die Grundanforderungen an diesen Werkmörtel werden in Deutschland durch die DIN 18 557 geregelt.
Die Ausgangsstoffe der Mörtelherstellung sind Bindemittel, Zuschläge und Zusatzstoffe bzw. -mittel. Diese werden bei der Herstellung bereits werksseitig und nach Herstellerangaben dem Werk-Trockenmörtel dosiert hinzugegeben. Auf den Baustellen wird in Mischmaschinen, die am Trockenmörtelsilo montiert werden, unter Zugabe der vom Trockenmörtelhersteller angegebenen Menge Wasser der benötigte Frischmörtel qualitativ gleich bleibend, effektiver und auch personal- und kraftsparender hergestellt.
Werkmauermörtel wird nach DIN 1053 (Mauerwerks-DIN) in 3 Mörtelgruppen (MG) unterschieden und in Untergruppen zugeordnet.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mauerm%C3%B6rtel )

Mörtelgruppen werden nach den dazu verwendeten Bindemitteln benannt, die dem Mörtel unterschiedliche Eigenschaften verleihen.
Kalkmörtel sind vergleichsweise wenig belastbar, dafür jedoch sehr atmungsaktiv. Kalkzementmörtel sind stärker belastbar und setzen auch Niederschlägen größeren Widerstand entgegen.
Zementmörtel sind hochbelastbar, nehmen sehr wenig Wasser auf und sind feuchtigkeitssperrend.
Gipsmörtel sind Fertigmischungen aus Gips, Kalk und Sand verschiedener Körnung; sie sind sehr atmungsaktiv und nur für Innenputze geeignet.
Mörtel mit einem hohen Anteil an Kunststoffen (Kunstharzen) als Bindemittel bezeichnet man als organische Mörtel, die nur zu Putzarbeiten einsetzbar sind.

Mörtelgruppen:
MG I – Kalkmörtel

1 Teil Kalkteig + 4 Teile Sand oder
1 Teil Kalkhydrat + 3 Teile Sand oder
1 Teil Hydraulischer Kalk + 3 Teile Sand
Diffusionsoffen und kapillar leitfähig.
MG II – Kalkzementmörtel
1,5 Teile Kalkteig, 1 Teil Zement, 8 Teile Sand oder
2 Teile Kalkhydrat, 1 Teil Zement, 8 Teile Sand
Druckfestigkeit: > 2,5 N/mm2 (entspricht ca. 250g/mm2)
MG IIa – Kalkzementmörtel
1 Teil Kalkhydrat, 1 Teil Zement, 6 Teile Sand
Druckfestigkeit > 5 N/mm2 (entspricht ca. 500g/mm2)
Kalkzementmörtel sind durch den Anteil an Zement weit weniger diffusionsoffen und kapillar leitend als reine Kalkmörtel.
MG III – Zementmörtel
1 Teil Zement + 4 Teile Sand
Druckfestigkeit > 10 N/mm2 (entspricht ca. 1kg/mm2)

Der Putzmörtel ist ein Baustoff zur Herstellung von Putz und in Herstellung und Verarbeitung in der DIN 18 550 geregelt, welche in fünf Gruppen unterteilt sind und gemäß ihrer Anwendungsgebiete als Innen- und Außenputze zugeordnet werden.
Auch die Ausgangsstoffe der Putzmörtelherstellung sind Bindemittel, Zuschläge und Zusatzstoffe- bzw. -mittel. Diese werden wie beim Mauermörtel bei der Herstellung bereits werksseitig und nach Herstellerangaben dem Trockenmörtel dosiert hinzugegeben. Durch Zugabe der dann vom Trockenmörtelhersteller angegebenen Menge Wasser wird in Mischmaschinen auf den Baustellen, die an den Trockenmörtelsilos montiert sind, der bauseits benötigte Putzmörtel qualitativ gleich bleibend, effektiver und auch personal- und kraftsparender hergestellt. Hierbei sind der Trockenmischung für den Außenputz auch schon die Farbstoffe beigemischt, und machen einen zusätzlichen Arbeitsgang des Anstreichens in aller Regel überflüssig.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Putzm%C3%B6rtel )

Putzmörtelgruppen:
P I: Innen- und Außenputz für geringe bis normale Beanspruchung,
wasserhemmendwasserabweisend nur mit speziellen Zusätzen

P I: Kalkmörtelgruppe (Gemisch aus Sand und gebranntem Kalk)
P I a: Luftkalkmörtel (1 Teil Kalk, 3-4 Teile Sand)
P I b: Wasserkalkmörtel (1 Teil Kalk, 3-4 Teile Sand)
P I c: Mörtel mit hydraulischem Kalk (1 Teil Kalk, 3-4 Teile Sand)
P II: Innenputz mit erhöhter Abriebfestigkeit, Außenputz,   wasserhemmend/wasserabweisend nur mit speziellen Zusätzen
P II: Kalk-Zement-Mörtelgruppe (Gemisch aus Sand, gebranntem Kalk und Zement)
P II a: Mörtel mit Putzbinder, Hochhydraulischer Kalkmörtel (1 Teil Kalk, 3-4 Teile Sand)
P II b: Kalk-Zement-Mörtel (2 Teile Kalk, 1 Teil Zement, 9-11 Teile Sand)
P III: Keller-Außenputz, Sockelputz, wasserabweisend
P III: Zementmörtelgruppe (Gemisch aus Sand und Zement)
P III a: Zement-Kalkhydrat-Mörtel (1 Teil Zement, 0,5 Teile Kalk, 9-11 Teile Sand)
P III b: Zementmörtel(1 Teil Zement, 3 Teile Sand)
P IV: Innenputz für normale bis geringe Beanspruchung
P IV: Gipsmörtelgruppe (Gemisch aus Gips und Sand)
P IV a: Gipsmörtel (Baugips) (1 Teil Gips)
P IV b: Gips-Sand-Mörtel (Baugips) (1 Teil Gips, 1-3 Teile Sand)
P IV c: Gips-Kalk-Mörtel (1 Teil Gips, 1-2 Teile Kalk, 3-4 Teile Sand)
P IV d: Kalk-Gips-Mörtel (0,2-0,5 Teil Gips, 1-2 Teile Kalk, 3-4 Teile Sand)
P V: Innenputz für normale Beanspruchung
P V: Anhydritmörtelgruppe (Gemisch aus Sand und Anhydrit)
P V a: Anhydritmörtel (1 Teil Anhydrit, 0 Teile Kalk, 0-2,5 Teile Sand)
P V b: Anhydrit-Kalk-Mörtel (1 Teil Gips, 1-1,5 Teile Kalk, 12 Teile Sand)
(Anhydrit = „wasserfreier Gips“)

Eigene Mörtelmischungen:
Zementmörtel:
2-3 Teile gewaschener Sand, 1 Teil Zement
trocken mischen und dann mit Wasser anrühren

Haftputz:
2-3 Teile gewaschener Sand, 1 Teil Zement, 0,1 Teil Weisskalkhydrat
trocken mischen und dann mit Wasser anrühren

Weisskalkhydrat:
Weißkalkhydrat ist gelöschter Kalk (Calciumhydroxid). Er ist bei fast jedem Baustoffhändler und in einigen Baumärkten in Pulverform zu bekommen.

Sand:
Das natürliche Rohmaterial wird durch Waschen und Sieben aufbereitet und damit Baukies und Bausand produziert. Beim Waschen werden abschlämmbare Bestandteile wie beispielsweise Schluff, Lehm, Ton oder auch Holzkohlepartikel entfernt.
Sand umfaßt definitionsgemäß den Korngrößenbereich zwischen 0,063 mm und 2 mm Korndurchmesser. Was größer ist, wird bereits als Kies bezeichnet.

Korngröße für Eigenmischung Mörtel: 0 – 2 mm
In unserer Region ist die Bezeichnung Rheinsand oder einfach gewaschener Sand.
(Estrichsand z.B. hat die Korngrösse 0 – 8 mm.)

Plastifizierer:
Betonverflüssiger zum Einsatz bei Betonen mit steifer Konsistenz. Plastifizierer machen den Mörtel oder Beton homogener und plastischer.
Dieses Betonzusatzmittel setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und ermöglicht dadurch eine Verminderung der Wasserzugabe um bis zu 10 %. Dadurch wird die Verarbeitbarkeit des Betons verbessert. Ein Betonverflüssiger ermöglicht aber auch durch Wassereinsparung bei gleichbleibendem Zementgehalt eine Erhöhung seiner Festigkeit.

Zementsorten:
Portlandzement:
Portlandzement ist ein meist graues Pulver, welches in großindustriellen Prozessen aus den Rohmaterialien Kalkstein, Ton, Sand  und Eisenerz hergestellt wird. Wichtigstes Anwendungsgebiet ist die Herstellung von Mörtel und Beton, also das Verbinden natürlicher oder künstlicher Zuschläge  zu einem festen Baustoff, der üblichen Umwelteinwirkungen gegenüber dauerhaft ist. Aufgrund der hohen Festigkeit und Dauerhaftigkeit von Beton ist Zement weltweit eines der wichtigsten Bindemittel. (Quelle: wikipedia)

Trasszement:
Trass ist latent hydraulisch und wird unter Zugabe von Wasser und Bindemitteln, Zement und/oder Baukalk  sowie Zuschlagstoffen als Mörtel verwendet. Trass ohne Zugabe von Bindemitteln erhärtet nicht.
Trasszement ist ein überkommener Begriff, der heute für die neuen europäischen Zementklassen wie Portlandkompositzement, Puzzolanzement und Kompositzement zum Teil noch verwendet wird. Trass als Zuschlagstoff rüstet Mörtel weitestgehend wasserdicht aus. Man verwendet ihn zum Beispiel zur Auskleidung von Wasserbecken, zum Verlegen und zum Vermörteln von Natursteinen und -platten sowie als Mörtel und Fugmörtel bei Stein-Restaurierungsarbeiten. Ein spezieller Trass-Mörtel wird bei der Sanierung von Ettringit-belastetem Mauerwerk verwendet.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Trassmörtel ist, dass bei ihrer Verwendung wesentlich weniger Ausblühungen an Naturwerksteinen auftreten als bei den für Naturstein ungeeigneten reinen Portlandzementen. Trass verbindet sich weitestgehend mit dem bei der Zementsteinbildung abgespaltenen Kalkhydrat, dem Calciumhydroxid. Kommt Kalkhydrat an die Oberfläche, verbindet es sich mit dem in der Atmosphäre enthaltenen CO2 zu Kalk und zeigt sich in Form von Ausblühungen. Die Entstehung von Ausblühungen durch andere Ursachen wie Salpeter werden durch einen Trasszusatz nicht verhindert. Ferner wird die Alkalität der Mörtel nicht wesentlich herabgesetzt. (Quelle: wikipedia)